Die Atmung

«Die Qualität des Atems bestimmt die Qualität des Lebens.»

 

Paracelsus

 

 

 

Heutzutage wird enorm viel Geld damit verdient, die Gesundheit aufrechtzuerhalten oder zu verbessern. Gespannt kann man sich TV-Shows, Blogs, YouTube Videos zu diesem Thema durchschauen. Es dreht sich bei den meisten um die Themen Sport, Ernährung und Wellness. Die Atmung spielt da aber grösstenteils keine Rolle. Das der Atem jedoch zu einem der Wichtigsten Elementen der Gesundheit gehört ist leider vielen Leuten nicht bewusst. Stellen wir uns doch mal die Frage wie lange wir ohne Wellness oder Sport Leben können? Die Antwort kennt wohl jeder. Bei der Nahrung sind es plus minus drei Wochen. Zurück zum Atem, wie lange halten wir es ohne Sauerstoff aus? Normalerweise wird man nach zwei Minuten ohne Sauerstoff ohnmächtig. Wir Überleben so lange wir Sauerstoff im Blut zur Verfügung haben. Wird das Gehirn 20 Sekunden nicht mit Sauerstoff versorgt tritt Bewusstlosigkeit ein. Zwei bis drei Minuten Später werden die ersten Zellen geschädigt, zuerst in der Hirnrinde dann im Stammhirn, welches Blutkreislauf und Atmung regelt. Nach fünf Minuten ist das Gehirn irreparabel geschädigt. Und plus minus nach zehn Minuten ist der Mensch ohne Sauerstoff tot.

 

Dieses Beispiel sollte nun klarmachen wie entscheidend unsere Atmung doch für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit sein kann. Ich habe bemerkt das bereits mit geringer Aufmerksamkeit und Achtsamkeit auf unsere Atmung, viel beeinflusst werden kann.

 

Vor Tausenden von Jahren als unsere Vorfahren in eine Stresssituation gerieten, schlug der Körper Alarm. Das Herz raste und Pumpte mehr Blut in die Gliedmassen um sicherzustellen das genügend Power in den entscheidenden Körperteilen zum Überleben vorhanden ist. Beine und Arme waren dadurch mit genügend Sauerstoff gefüllt um entweder zu Kämpfen oder zu Rennen. Im Kampf mit einem Tiger, Mamut oder was auch immer benötigt der Körper keine funktionierende Verdauung. Der Körper leitet das Sauerstoff gefüllt Blut in die zum Überleben entscheidenden Körperteile, wie bereits gesagt in die Arme und Beine. Die Herzfrequenz ist in solchen Situationen um einiges höher dadurch wird auch das Atmen kürzer dafür einiges schneller. Das selber erleben wir beim Sport, durch ein gesundes Mass an Stress wird der steigende Puls unsere Arme und Beine mit mehr Sauerstoff versorgen, um diese Anzutreiben und zu Höchstleistungen zu treiben. Mit Hilfe der Bewegung beim Sport kann diese Stress auf natürlichem Gesundem Weg abgebaut werden.

 

Nehmen wir aber einmal eine Alltagssituation in welcher wir in Stress geraten aber nicht Wegrennen oder Kämpfen können. Ihr Chef kommt vorbei und beschwert sich über irgendetwas was sie innerlich zum Explodieren bringt. Der Puls steigt die Atmung wird aktiver, was geschieht wohl, wenn sie nun Wegrennen? Oder Kämpfen? Bestimmt gibt es einige die dies bereits vollzogen haben, doch als gutbürgerlicher Moderner Sklave lassen wir dies auf uns Sitzen, jedoch kann der Körper die überschüssigen Hormone nicht abbauen, wenn sie einfach alles in sich hineinfressen und so tuen als ob es ihnen nichts ausmacht. Mit Hilfe der Atmung aber können wir dem Körper nun sehr schnell und effizient sagen das der Tiger oder das Mamut uns nicht erblickt hat oder bereits wieder weitergezogen ist. Wir überlisten den Körper indem wir ihm einen «Normal» Zustand mit Hilfe der Atmung vorgaukeln. Fühlen wir uns sicher in unserer Höhle am Lagerfeuer ist unsere Atmung ruhig und tief. Also das nächste Mal, wenn sie in eine Stresssituation geraten bei welcher sie nicht Kämpfen oder fliehen können, machen sie einige Tiefe Atemzüge welche sie in einen Zustand der Entspannung versetzen.

 

Mit meinen bisherigen Klienten mache ich zu Beginn gerne eine Einfach Atemübung um die Anspannung vom Tag aufzulösen. Ich lege jedoch allen ans Herz sie sollen sich bewusst sein, dass solche Atemübungen auch ein gewisses Training benötigen um wirklich effizient zu sein. Ich beginne den Morgen gerne mit ein paar tiefen Atemzügen, bei welchen ich mich darauf achte das mein Rücken gerade ist, der Bauch beim Einatmen gefüllt wird und beim Ausatmen geleert. Zwischen den Atemzügen mache ich jeweils einen kleinen Stopp um den Atem für 3-4 Sekunden zu unterbrechen. Bereits solche kleinen Übungen können wir in Stresssituation benützen um unserem Verstand zu sagen es ist alles in Ordnung, beruhige dich wieder.

 

Ich habe in den letzten Monaten viele verschiedene Atemtechniken ausprobiert und könnte nun eine Vielzahl davon aufzählen. Ich habe mich aber entschieden hier eine aufzuzeigen welche ich seit einigen Monaten alle 3-4 Tage für 10-15 Minuten für mich selber mache. Diese Technik habe ich in Laos bei einem Herzensguten Mönch kennen gelernt. Um den Körper vor dem Sport oder danach zu aktivieren respektive zu Erholen gibt es durchaus bessere Varianten. Der Mönch welcher mir etwas von seiner Weisheit weitergab beindruckte mich sehr durch seine Ausgeglichenheit welche er an den Tag legte. Und um hier wieder auf das Thema meiner Arbeit zukommen, evtl. kann man mit folgender Atemtechnik nicht neue Weltrekorde aufstellen, da es effizientere Techniken gibt um den Körper zu Höchstleistungen anzutreiben. Aber durch meine Erfahrung welche ich damit gemacht habe kann ich sagen, man wird ausgeglichener, erhält mehr Ruhe im Leben, ist Aktiver, einfühlsamer und geht auch offenherziger durchs Leben als ohne. Und viele Menschen so denke ich würden viele ihrer erzielten Leistungen hergeben um mehr Ruhe und Ausgeglichenheit in ihrem Leben zu haben. Und was bei dieser Technik sehr bemerkenswert ist, dass sie gezielt Ruhe und Entspannung in unsere Organe etablieren kann. Wenn sich diese Strategie der Stressbewältigung gefestigt und eingespielt hat, können heilsame Veränderungen eintreten.

 

 

 

 

 

 

 

Verschiedene Atmungsarten

 

 

 

Damit auch alle bei der Atmung vom selben Sprechen habe ich hier noch die verschiedenen Atmungsarten zusammengefasst bevor wir dann zur Technik schreiten.

 

 

 

Nasenatmung

 

 

 

Mit Hilfe der Nase wird der Luftstrom gebremst, dazu wird die Atemluft befeuchtet und gereinigt. Durch die Nasenatmung verbinden wir das Gehirn, insbesondre die Gefühlszentren im limbischen System aber auch im Grosshirn mit dem vegetativen Nervensystem.  

 

 

 

Mundatmung

 

Wir Atmen durch den Mund, wenn wir eine grössere Kapazität an Sauerstoff benötigen. Durch den Mund können wir schneller und mehr atmen, besonders bei körperlichen Anstrengungen greifen wir darauf zurück.

 

Brustatmung

Die Brustatmung dient uns bei Angstsituationen zu deren Bewältigung. Der Körper kann mithilfe der Brustatmung in kurzer Zeit viel Sauerstoff aufnehmen. Personen die oft mit der Brust atmen, klagen gerne über Verspannungen im Hals- und Nackenbereich, die bei vielen zu Kopfschmerzen führen. Da wir uns bei der Brustatmung meistens im Stress befinden, arbeitet das für die Entspannung zuständige parasympathische Nervensystem nicht mit.

 

 

 

Bauchatmung

 

 

Die Bauchatmung kann dazu beitragen, dass sich der gesamte Bauchraum bis in den Beckenraum hinein entspannt, wobei ein strömendes Wärmegefühl entstehen kann. Dabei werden die vegetativen Nerven des Sonnengeflechts aktiviert. Die Vertiefte Bauchatmung öffnet den Kontakt zu den Stoffwechselorganen im Bauchbereich.

 

 

 

Vollatmung

 

 

Verbindet man Bauch und Brustatmung, kann man dies als Vollatmung bezeichnen. Der Atem ist dadurch kraftvoll und gelöst zugleich. In der Östlichen Weisheit heisst es sehr schön: Dieser Atem ist Sinnbild für die ideale Gestalt des Menschen, der selbstbewusst zu seiner Stärke steht, ohne sich zu verhärten und zu verschliessen. Jeder Atemzug Öffnet dich für neues und Entspannt dich nach innen. Wenn wir die Vollatmung beherrschen, fallen wir in einen kraftvollen und zugleich entspannten Zustand, in dem wir die Aufgaben und Herausforderungen des Lebens am besten bewältigen.

 

 

 

Die Herzatmung

 

 

So wie ich die Technik hier beschreibe hat sie mir der Mönch in Laos 1:1 beigebracht, da er sowohl auch ich nicht die besten Englischsprechenden Personen sind, kann es durchaus sein das ich etwas falsch verstanden habe. Jedoch habe ich nach dieser Begegnung die Atemtechnik regelmässig angewendet und bemerkte enorme Fortschritte bei meinem Körperbefinden und mir fiel auf das ich seither viel Konstanter und Entspannter geworden bin. Ich fand viele verschiedene Anleitungen zu Herzatmung im Internet, ich möchte sie aber hier genauso weitergeben wie sie mir dazumal beigebracht wurde.

 

 

 

1.Übung

 

 

Wenn wir bewusst tief einatmen und den Atem dann sozusagen loslassen, bringen wir Ordnung in unser autonomes Nervensystem und sorgen für einen harmonischen Herzschlag, der das Wohlbefinden stärkt und die Gesundheit fördert. Wichtig das wir unsere Aufmerksamkeit in den Bereich rund ums Herz richten. Da das Herz auch als Sinnesorgan zählt können wir auf diese besondere Art und Weise des ein und aus Atmen gedankliche emotionale und körperliche Stressreaktionen durchbrechen und so sind wir frei im Fällen von Entscheidungen, anstatt nur wie eine Maschine zu funktionieren.

 

 

 

Ablauf:

 

1.Übung sind zwei ganz einfache Schritte.

 

Schliessen Sie die Augen und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das Gebiet rund um Ihr Herz. Stellen sie sich vor, wie Sie durch Ihr Herz sanft und tief ein- und ausatmen.

 

Dies ist bereits alles, so bringen sie ihren Herzrhythmus schnell in einen Harmonischen Zustand. Es verstärkt die Sauerstoffzufuhr ins Blut und somit die Energieversorgung unseres gesamten Körpers.

 

 

 

2. Übung

 

 

Durch Positive Gedanken Bilder und Gefühle produziert unser Körper zusätzlich Hormone welche für unsere Gesundheit förderlich sind.

 

 

 

Ablauf:

 

Nehmen sie 1.Übung und fügen sie nun ganz einfach ein angenehmes Gefühl hinzu. Das heisst denken Sie an etwas Schönes, an ein Bild welches sie mögen, welches in ihnen Positive Hormone freisetzt. Zusammen mit dem Atem den sie auf ihr Gebiet rund um ihr Herz lenken, werden sie bereits nach wenigen Anwendungen bemerken bemerken sie bereits nach wenigen wie diese Übung ihnen ein Positives Gefühle schenken wird und sie auf die Schnelle neue Energie tanken können.

 

 

 

Es gibt noch weiter Schritte welche uns noch mehr vom Stress befreien und in uns noch mehr Positive Hormone ausschütten könnten. Ich jedoch bevorzuge hier die einfachen Varianten, in den Coachings lege ich diese zwei Übungen Menschen ans Herz welche gerne mehr Ruhe in ihren Kopf und in ihre Gedanken bringen möchten. Durch die Aktivierung des Herzens spürt man hier bereits nach einigen Wiederholungen grosse Fortschritte. Da ich bemerke das sehr wenige Leute sich tatsächlich mit der Atmung auskennen, möchte ich ihnen keine Komplexen Übungen mit auf den Weg geben. Bei schweren Übungen kommt schnell Frust auf da kaum Erfolg bemerkt wird. Sobald jemand sich wirklich Zeit nimmt diese zwei Übungen zu beherrschen kann man diese Schritte immer noch erweitern.

 

 

 

Fazit:

 

Grundsatz für mich selber und für die Leute mit denen ich Zusammenarbeite soll lauten. Achtet euch auf euren Atem, lernt euren Puls mit Atemübungen herunter- respektive hochzufahren. Seit euch bewusst das der Atem essentiell ist für uns, er kann uns beruhigen und unseren Gesundheit fördern. Beginnt mit einfachen Übungen und ihr werdet sehen welche Kraft in ein Paar richtig Tiefen Atemzügen stecken kann.